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Proxy Betting in Manila führt zu Korruption und Geldwäsche

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Während in Macau und Las Vegas der Casino Boom in den letzten Monaten etwas nachgelassen hat und vor allem in Macau die Kontrollen zunehmend stärker sind, was Geldwäsche und Betrug angeht, verzeichnen neue Glücksspielzentren in Asien große Zunahmen. Besonders die VIP-Zocker, die Macau aufgrund der strengen Regularien und chinesischen Regierung mittlerweile scheuen, zieht es fort – und zwar auf die Philippinen. Dort hat in der Hauptstadt Manila vor kurzem ein gigantisches Casino eröffnet, dass sich „Entertainment City“ nennt und eigentlich ein großer Vergnügungstempel ist.

Das Gebäude, besser gesagt die Anlage, ist acht Hektar groß und verfügt über mehr als 500 Gästezimmer sowie Sage und Schreibe 300 Spieltische. Darüber hinaus gibt es mehr als 1.200 Spielautomaten mit Casino Free Spins. Das Casino kostete rund eine Milliarde US-Dollar. Die Investition hat sich gelohnt, denn Touristen und Spieler aus ganz Südostasien kommen mittlerweile in die Spielbank nach Manila. Die Hauptstadt ist für Zocker aus Asien attraktiv. Junkets, dass sind Reiseveranstalter für VIP-Kunden, bringen schwerreiche Touristen in die zahlreichen VIP Rooms in Manilas Casinos. Gleichzeitig stellen sie diesen Leuten auch Kredite zur Verfügung.

Proxy Betting in Manila

Um in Manila zu zocken, muss man als Spieler allerdings nicht anwesend sein. Denn auf den Philippinen gibt es das sogenannte Proxy Betting. Bereits 50% der VIPs nutzen diese Form, um Glücksspiele zu tätigen. Die Funktionsweise ist einfach. Sie lassen einen Kunden, den sie engagieren, für sich spielen und geben einem Mittelsmann per Telefon die Wetteinsätze und Taktiken durch. Vor allem für Chinesen, die das Land nicht verlassen dürfen, ermöglich das Proxy Betting eine schnelle und unauffällige Art, um zu zocken. Dass damit Geld gewaschen werden kann, ist sicher auch klar. Die philippinischen Behörden verhafteten alleine im vergangenen Jahr mehr als 50 chinesische Staatsangehörige, die wegen angeblicher Beteiligung an einem Online-Spielsyndikat nördlich von Manila gesucht wurden. Proxy-Betting stellt für die Casinobetreiber in Manila ein großes Risiko dar, weil sie die Kunden nicht persönlich kennen. Kriminelle Gruppen profitieren bereits von diesem System, um illegale Erträge aus den Philippinen auf Offshore-Konten zu übertragen.

Casinos kümmern sich nicht um Geldwäsche

Im Gegensatz zu Banken, Unternehmen, Versicherungen und Finanzdienstleistern, die sich an das Anti-Geldwäschegesetz der Philippinen halten müssen, sind Casinos von diesen Anforderungen ausgenommen. Für viele Staaten ist das besonders kritisch. Vor allem Deutschland, das sich sehr stark für Anti-Geldwäsche einsetzt, findet die Entwicklung auf den Philippinen bedenkenswert. Philippinische Casinos wie City of Dreams und das Solaire Resort und Casino bieten laufend Proxy Wetten an. Dafür beschäftigen sie extra Mitarbeiter, die den Kunden jederzeit telefonisch zur Verfügung stehen. Zwar versuchten einige Organisationen zu erzwingen, dass die Casinos in Manila dem Geldwäschegesetz unterliegen, doch die Regulierungsbehörden kommen gegen die Casino-Betreiber bisher nur schwer an.

Beitrag aus der Kategorie: Allgemein
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